Cold Brew: Macht kalter Kaffee wirklich schön?

Auf jeden Fall macht er wach und schmeckt genial erfrischend!

Was ist eigentlich Cold Brew? – Der Widerspruch in sich


Cold Brew bezeichnet eine spezielle Zubereitungsart, bei der Kaffee mit kaltem Wasser und einer Extraktionszeit von mindestens 12 Stunden zubereitet wird. Übersetzt bedeutet „Cold Brew“ nichts anderes als „kaltes Aufbrühen“. Ihr seht schon, das mit dem „kalt“ und „aufbrühen“ verhält sich ein wenig wie mit der runden Ecke, aber das lassen wir mal durchgehen und nennen es einfach „kalt aufgießen“. Damit ist der Großteil dieser Methode auch schon erklärt. In ihrer Einfachheit würde wohl niemand vermuten, welche Geschmacksexplosion sie hervorruft, wenn ein paar kleine Tipps und Kniffe befolgt werden. Durch die kalte Extraktion enthält unser Cold Brew bis zu 70% weniger Bitterstoffe, ist sehr säurearm und hat eine cremig-samtige Konsistenz. Fruchtig-frisch passt er besonders gut in den Sommer und wird auch zum wahren Überraschungsgast in eurem Cocktail..

Die Zutaten, die du benötigst:

- deinen Lieblingskaffee (ca 10gr pro 100ml), wir empfehlen unsere     Singles: Shop

- im Optimalfall eine Kaffeemühle

- Feinwaage

- Zubereitungsgefäß

- optional Filter (wenn du kein Gefäß mit fest eingesetztem Filter     verwendest)

- optional Eiswürfel, frisch gepressten Saft, Tonic Water...

Cold Brew Zubehör, Kaffeemühle, Waage, Karaffe

Woher kommt Cold Brew? – Ein alter Hase erobert die Kaffeeszene


Die Methode an sich wurde bereits im 17. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt. In Nordeuropa wollten Händler und Reisende nicht von einer Hitzequelle abhängig sein und gossen den Kaffee einfach mit kaltem Wasser auf. Zum Trend-Getränke wurde es dann erst in den letzten Jahren und ist aus jeder guten Kaffeebar nicht mehr weg zu denken. Dass Cold Brew aber so gar nicht Mainstream sein muss und bei richtiger Zubereitung unverwechselbare Aromen in sich birgt, das zeigen wir euch jetzt.

Gut Ding braucht Weile – Cold Brew als Geduldsprobe

Eine Kleinigkeit noch vorweg: diese Kaffeespezialität ist nur etwas für die geduldigen Genießer*innen unter euch - also nehmt besser ein Snickers zur Hand, während ihr wartet, nicht, dass noch die Diva in euch zum Vorschein kommt. Wir sehen die Zubereitung einfach als Teil des Genusses mit an, denn je länger man auf etwas wartet, desto besser schmeckt es dann schließlich.

Cold Brew Zubehör: Karaffe und Kaffeemühle

Die Zubereitung – so einfach könnt ihr Cold Brew zuhause selber machen

Das Kaffeepulver – frisch gemahlen ist halb gewonnen

Bei dieser Zubereitungsmethode ist es besonders wichtig, dass dein Kaffee so frisch wie möglich gemahlen wird, damit er in der Extraktion alle Aromen perfekt an das Wasser abgeben kann. Als Faustregel empfehlen wir 10g grob gemahlenen Kaffee für 100ml Wasser. Hier kannst du aber deine Experimentierfreudigkeit auspacken und einfach mal ein bisschen an den Rädchen schrauben, bis du für dich deine optimale Menge gefunden hast. Wenn du deinen Cold Brew später für Cocktails oder als Shot in frisch gepressten Säften verwenden möchtest, darfst du ihn ruhig etwas kräftiger ansetzen und mehr Pulver verwenden. Der Mahlgrad ist beim Cold Brew sehr grob, da dein Kaffee sonst überextrahiert wird. Wenn das Pulver viel zu fein ist, kann es auch passieren, dass es sich zu sehr verfestigt und am Boden ablagert, was wiederum zu einer Unterextraktion führt. Hier ist also etwas Fingerspitzengefühl gefragt.
Kaffeemühle, Third Wave Coffee frisch gemahlen

Das Wasser

Linksdrehend, 2135m Seehöhe, Osthang? Ganz so tragisch ist es nicht. Da beim Cold Brew jedoch ohne Hitze in der Zubereitung gearbeitet wird, ist es hier besonders wichtig, dass dein Wasser kalkarm ist. Nur so kann es die vorhandenen Kaffeearomen optimal aufnehmen und du kommst zu deinem gewünschten Geschmackserlebnis
Brewista Wasserkocher, Cold Brew Karaffe

Das „Aufbrühen“

Gib den frisch gemahlenen Kaffee in das Sieb deines Cold Brew-Zubereiters und fülle das Gefäß mit kaltem Wasser in der gewünschten Menge auf. Du kannst hier ruhig etwas mehr produzieren, der fertige Cold Brew hält sich gekühlt mindestens eine Woche. Im Anschluss kurz ein paar Mal schwenken und schon ist dein Cold Brew bereit für den Kühlschrank. Achte darauf, dass dein Kaffeepulver komplett mit Wasser bedeckt ist, um eine optimale Extraktion zu erreichen.

Tipp 1: Wenn du ohne Cold Brew-Zubereiter arbeitest, gib das Kaffeepulver einfach in ein gut verschließbares Gefäß und fülle es anschließend mit der benötigten Wassermenge auf. Ein paar Mal vorsichtig schütteln und ab damit in den Kühlschrank.

Tipp 2: Gerade keinen Platz im Kühlschrank? – Halb so wild, kannst du den Cold Brew auch einfach in einen kühlen Raum stellen. Achte dabei aber darauf, dass die Aromen in wärmerer Umgebung schneller extrahiert werden und verkürze entsprechend deine Ziehzeit.
Handmühle Kaffee, Cold Brew
Cold Brew Kaffee aufgießen

Wie lange muss mein Cold Brew ziehen? – Abwarten und Tee trinken

Stell deinen Cold Brew in den Kühlschrank und lasse ihn dort mindestens 12 Stunden ziehen. Bei diesem Vorgang werden dem Kaffeepulver Aromen und Koffein entzogen. Zu Beginn lösen sich hauptsächlich leichte, frische Aromen, je länger dein Cold Brew zieht, desto mehr kommen etwas vollere Aromen und eine cremigere Konsistenz hinzu. Am Ende bekommt ihr ein geschmacklich leichtes und erfrischendes Endergebnis mit einem ordentlichen Schwung Koffein. Nach dem Ziehvorgang entnehmt ihr einfach den Filter aus der Kanne und fertig ist euer hausgemachter Cold Brew.
Ohne Cold-Brew-Zubereiter: Wenn ihr zuvor ein Gefäß ohne fixen Filter verwendet habt, müsst ihr nun den Inhalt durch einen Filter laufen lassen. Am besten verwendet ihr hierfür einen Hario V60 oder eine Chemex-Karaffe und einen Filter aus Stoff, da es vorkommen kann, dass ihr den Filtervorgang in mehrere Etappen aufteilen müsst, damit euch euer Filter nicht verstopft. Ein Schritt mehr, aber dann seit auch ihr am Ziel und könnt euren Cold Brew endlich probieren.
Cold Brew Karaffen: Hario Pitcher, Filter in Bottle und V60

Kaffee fertig, und jetzt? – So trinkt ihr euren Cold Brew am besten

Ihr könnt euren hausgemachten Cold Brew pur genießen oder als besondere Zutat für zahleiche Getränke nutzen. Pur empfehlen wir euch, 1-2 große Eiswürfel in ein schönes Glas zu geben – beispielsweise in eine Whiskeyglas – und dann euren Cold Brew langsam darüber zu gießen.
Was ist der beste Kaffee für euren Cold Brew? Florale, zitrische und fruchtige Aromen kommen beim Cold Brew besonders gut zum Vorschein, weshalb es sich lohnt, auf helle Röstungen zurückzugreifen. Wenn ihr euren Cold Brew mit einem Schuss Milch oder Sahne genießen wollt, dann könnt ihr auch mit mittleren bis etwas dunkleren Röstungen experimentieren.
Generell zeigt sich bei dieser Methode aber das große Geheimnis guter Bohnen: schmecken sie auch in der kalten Zubereitung, sind sie qualitativ sehr hochwertig. Hitze und Druck beeinflussen das Aroma eurer Bohnen, beim kalt aufbrühen kommt ihr dem ursprünglichen Geschmack eures Kaffees näher und es zeigt sich sein wahres Inneres. Mandelmilch oder andere Milchalternativen harmonieren ebenfalls gut mit eurem Cold Brew und ergeben ein tolles Geschmackserlebnis
Cold Brew Kaffee servieren

Hier nochmal die Kurzversion:

  1. Kaffeepulver frisch mahlen mit grobem Mahlgrad
    FAUSTREGEL:  ~10g Kaffeepulver pro 100ml Wasser – für ein Konzentrat Pulvermenge erhöhen

  2. Pulver mit kalkarmen, kaltem Wasser in einem Cold Brew-Zubereiter oder einem beliebigen Gefäß aufgießen und vorsichtig schütteln / durchmischen

  3. Gefäß in den Kühlschrank stellen

  4. ~12h ziehen lassen

  5. Filter entfernen oder das Gemisch durch einen Filter laufen lassen

  6. Auf Eiswürfeln, mit einem Schuss Milch oder als Shot in Cocktails und Gin Tonic genießen 😊

Cold Brew Kaffee, Third Wave

Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew, Ice Brew, Iced Coffee und Eiskaffee?

Ice Brew bezeichnet eine Zubereitungsmethode für Filterkaffee. Der Kaffee wird dabei wie bei klassischem Filterkaffee mit heißem Wasser aufgegossen, tropft dann jedoch in ein Gefäß mit Eiswürfeln. Die verwendete Wassermenge teilt sich 50:50 in heißes Wasser und Eiswürfel auf. Der Kaffee wird dabei schnell abgekühlt und es entstehen dadurch weniger Bitterstoffe – ein erfrischendes Getränk für alle, die spontan einen kühlen Genuss haben möchten.

Iced Coffee hingegen bezeichnet einfach nur Kaffee, der nach dem Aufbrühen in ein Glas mit Eiswürfel gegossen wird. Er ist ein beliebtes Sommergetränk, da er sehr erfrischend schmeckt und kühlt, allerdings kann er schnell wässrig werden, wenn die Eiswürfel schmelzen.

Unter Eiskaffee wird das Mischen von Kaffee, (Vanille-)Eis und Sahne verstanden. Er kann klassisch serviert werden oder auch in der gerührten Variante, bei der Eis und Kaffee gemeinsam zu einer cremigen Masse gemixt werden. Die Basis für den Eiskaffee bildet im Normalfall ein abgekühlter Espresso oder Ristretto, aber auch ein Mokka ist möglich.

Unbound Coffee, Iced Coffee

Wie mache ich Cold Brew in der French Press?

Ihr könnt euren Cold Brew auch mit der French Press zubereiten. Dafür bereitet ihr den Cold Brew nach unserer Anleitung zu und drückt nach dem Ziehvorgang im Kühlschrank den Pressstempel herunter. Da durch die lange Ziehzeit kleinste Partikel vom Kaffeepulver abgelöst werden, empfehlen wir euch, den Kaffee im Anschluss nochmals durch einen feinen Handfilter laufen zu lassen, um ein optimales Endergebnis zu erreichen. Füllt euren restlichen Cold Brew auf jeden Fall in eine luftdichtes Gefäß ab, da er bei Aufbewahrung in der French Press weiter Stoffe aus dem Pulver ziehen würde und irgendwann ungewünschte Aromen aufnimmt – aber wahrscheinlich ist euer Cold Brew schneller ausgetrunken, als ihr ein anderes Gefäß zur Hand habt 😉.
French Press Kaffee

Was ist der Unterschied zu Kaffee aus dem Cold Brew Dripper?

Sowohl beim Cold Brew Dripper, als auch beim Cold Brew wird Kaffee mit kaltem Wasser „aufgebrüht“. Bei der Zubereitung mit dem Cold Brew Dripper ist im Unterschied zum Cold Brew nicht das gesamte Wasser mit dem Kaffeepulver in Kontakt, sondern das Wasser tropft sehr langsam von einem Zylinder auf das gemahlene Kaffeepulver im Filter. Pro Sekunde tropft in etwa ein Tropfen kaltes Wasser auf das Kaffeepulver. Das heißt, dein Brühvorgang dauert je nach Kaffee- und Wassermenge in etwa 1-3 Stunden. Optisch macht der Dripper einiges her, aber auch bei der Kaffeemenge gibt es einen großen Unterschied: für einen Cold Brew benötigt ihr wesentlich mehr Kaffeepulver als für den Cold Drip.

Geschmacklich sind beide Zubereitungsarten absolut zu empfehlen, das Kaffeekonzentrat aus dem Cold Brew Dripper ist – für unseren Geschmack – ein wenig „cleaner“, hat also klar erkennbare, komplexe Aromen, während der klassische Cold Brew etwas runder und geschmacklich kräftiger auftritt. Ihr könnt euch das in etwas so vorstellen, als würdet ihr die Zubereitung von Filterkaffee mit der Chemex (Cold Brew Dripper) und der French Press (Cold Brew) vergleichen. Auch hier gilt für euch die Devise: besser gibt es nicht, am besten selbst experimentieren und euren Favoriten finden.

Cold Brew Kaffee

Ist Cold Brew gut verträglich?

Ja! Cold Brew ist magenschonend und bekömmlicher als seine heiß aufgebrühten Kolleg*innen. Durch die Herstellung mit kaltem Wasser werden bis zu 70% weniger Säuren und Bitterstoffe aus dem Pulver gelöst - aber Achtung: unser Cold Brew hat es in sich, denn sein Koffeingehalt ist nicht von schlechten Eltern.

          Achja und den richtigen Kaffee haben wir natürlich auch für dich!

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