Kaffee - eine Erfolgsgeschichte

Kaffee ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde – kaum einer weiß jedoch, wie das schwarze Gold zum zweitwichtigsten Handelsgut der Welt nach Erdöl wurde.

Woher kommt wilder Kaffee?

Ob bereits Fred Feuerstein in den Genuss von Kaffee kommen durfte ist historisch nicht eindeutig belegt, jedoch ranken sich viele Legenden um seine Entdeckung. Nach der wohl bekanntesten Geschichte aus dem 9. Jahrhundert verdanken wir unseren heutigen Kaffeegenuss Hirten aus Kaffa in Abessinien (heutiges Äthiopien), deren nachtaktive Ziegen ihnen den Schlaf raubten. Sie beklagten sich bei Mönchen des nahegelegenen Klosters über die nächtlichen Ruhestörer. Diese fanden dann auf den Weideplätzen der Tiere kirschenartige Früchte und bereiteten sich aus ihnen einen Aufguss zu, um deren Wirkung zu erkunden.  Aber ganz gleich, welche Legende herangezogen wird, eines haben sie alle gemeinsam: Sie weisen Äthiopien als Heimatland der Kaffeeart Coffea Arabica aus. Die Verbreitung auf andere Kontinente geschah somit erst durch menschliche Hand. 

Das anregende Getränk

Der Begriff Kaffee hat seine etymologische Herkunft in den arabischen Begriffen „kahwe“ oder „qahwa“. Die Bezeichnung leitet sich wahrscheinlich von der Region Kaffa ab. „qahwa“ bedeutet außerdem so viel wie anregendes Getränk, wurde aber auch in der Bedeutung Wein verwendet.

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Das Osmanische Reich verbreitet den Kaffee in der Welt

Die Kultivierung der Kaffeepflanze haben wir einem Scheich mit dem klingenden Namen Gemaleddin Mufti zu Aden zu verdanken. Er ließ im 15. Jahrhundert Samen aus Abessinien im Jemen anpflanzen. Über Mekka und Medina wurde das Getränk durch Pilger im arabischen Großreich verbreitet. Durch das Osmanische Reich war es bald im ganzen Orient bekannt. Noch heute das Zubereiten des türkischen Kaffees weltberühmt.


Das erste Kaffeehaus wurde 1554 in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, eröffnet. Heutzutage kaum vorstellbar, aber der Kaffeegenuss war damals eine heikle Angelegenheit. Unter Murad IV. wurden zahlreiche Kaffeehäuser niedergerissen und Kaffeetrinker regelrecht verfolgt. Merkwürdigerweise kam es in dieser Zeit zu einem enormen Anstieg von Barbier-Besuchen – deren Läden waren nämlich gut getarnte Kaffeehäuser. Jaja, die Kaffeetrinker waren schon immer erfinderisch.

Der Kaffee kommt nach Europa

1573 bereiste der Augsburger Apotheker Leonhart Rauwolf den Vorderen Orient und brachte den Europäern erstmals Kunde über das arabische Kaffeeritual. Der bayrische Landsmann beschrieb die Neuentdeckung in seinem Reisebericht als ein „gutes Getränk […], so schwarz wie Tinte und speziell bei Magenleiden sehr dienstlich.“ (übersetzt aus dem Frühneuhochdeutschen).1616 führten holländische Orientreisende eine Kaffeepflanze nach Holland ein und begründeten noch im 17. Jahrhundert den Kaffeeanbau auf Ceylon sowie in Indonesien.Das Osmanische Reich verbreitet den Kaffee

  

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Das Kaffeehaus/Café entsteht

Viele weitere europäische Städte folgten den Vorreitern aus Konstantinopel und es entstanden Kaffeehäuser unter anderem in Venedig, London, Amsterdam und Hamburg.

1685 reihte sich auch Wien in diese Liste ein und entwickelte seine ganz eigene Kaffeehaus-Kultur. Es wurde erstmals Filterkaffee und Milchkaffee serviert und das Kipferl fand seinen Platz neben dem Heißgetränk. Das Kaffeehaus wurde immer mehr zum Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.

Nachdem der Kaffee nach und nach auch die Biersuppe als Frühstücksgetränk abgelöst und somit maßgeblich zu weniger Alkoholkonsum beigetragen hat, ist er aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken – ein Hoch auf den Kaffee!

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