Kaffeekulturen: Die Welle schwappt über

Wie kam es zur third wave of coffee?

Fällt ihnen – auf ihrem Stuhl sitzend und Kaffee schlürfend - spontan ein Land ein, in dem kein Kaffee getrunken wird? – Bei dieser Frage müssen sich unsere grauen Zellen wirklich anstrengen. Das Heißgetränk ist so fest in unserer heutigen Kultur verankert wie ein Ohrwurm von DJ Ötzi. Auch wenn es unzählige Variationen der Zubereitung und eine immense Aromenvielfalt gibt, ist Kaffee dennoch ein Produkt, das uns alle ein Stück weit verbindet, egal wie unterschiedlich unsere Kulturen sein mögen.

Kaffeekonsum in der Welt

Mit Abstand am meisten Kaffee wird in den USA und Brasilien konsumiert. Setzt man die Erntemenge in Relation zum Kaffeekonsum, haben die Äthiopier eindeutig die Nase vorne: Sie haben den größten Eigenkonsum aller Kaffee-Exportländer und werden somit ihrem Ruf als „Urland“ des Kaffees mehr als gerecht. Und wer hätte es gedacht: Japan importiert mittlerweile sogar mehr Kaffee als Italien und Frankreich (so mancher Italiener dreht sich jetzt im Grabe um). Kaffee entwickelte sich in seinem Siegeszug vom bloßen Muntermacher und Massenprodukt im 19. und 20. Jahrhundert zu einer Spezialität, die heute Kaffeetrinker auf der ganzen Welt fasziniert.
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Die drei Kaffeewellen

Auf die erste Welle des Kaffeekonsums, in welcher billige Massenware den Kaffeeverbrauch rasant ansteigen ließ und Neuerungen wie die Filterkaffeemaschine auf den Markt brachte, folgte eine Welle des bewussteren Kaffeegenusses. Die Konsumenten achteten verstärkt auf Zubereitung und Qualität. Kaffeehausketten schossen aus dem Boden, allen voran Starbucks, der 1971 seine erste Filiale in Seattle eröffnete. Kaffeetrinken wurde wieder mehr und mehr zum Gesellschaftsevent und der To-Go Becher zum Ausdruck eines hippen Lifestyles. Der Kaffeebohne wurde nun die gleiche Zuwendung und Hingabe zuteil wie einer wertvollen Weinrebe. Die Grundpfeiler des Spezialitäten-Kaffees wurden in dieser Zeit gelegt.

Kaffeetrends

Jedes Land schlug bei der Entwicklung der Kaffeekultur seinen ganz eigenen Weg ein. In den USA setzte sich der „American-Dream-Gedanke“ auch in Sachen Kaffeegenuss durch. Zu den Kaffee-Klassikern gesellten sich schon bald ausgefeilte Kreationen, der Frappuccino und Iced Latte waren dabei noch die harmlosesten Neuerscheinungen - Es wurde aufgetrump(f)t. Puristischer Kaffeegenuss rückte eher in den Hintergrund, ganz im Gegensatz zur italienischen Entwicklung.


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Italienische Kaffeekultur

Im Land des dolce vita wird auf Tradition gesetzt. Eine gesetzlich geregelte Obergrenze für den Espresso-Preis an der Stehtheke zeigt uns, welch hohen Stellenwert das Heißgetränk hat - Die Italiener wären nicht sie selbst ohne ihren heißgeliebten caffè. Der Kaffeegenuss ist fest in der Landeskultur verankert und nicht mehr wegzudenken. Zu verdanken haben die Italiener ihre Tradition eigentlich einem Geistlichen, nämlich Papst Clemens VIII. Zuvor noch im wahrsten Sinne des Wortes verteufelt („bevanda del diavolo“), räumte der Papst, den Erzählungen nach, diesen Vorwurf aus dem Weg und befand den Kaffee als köstlich. Cappuccino und Latte Macchiato setzten sich als Frühstücksgetränk mit einem dolce, also etwas Süßem, durch.

Wann trinkt man Cappuccino?

Den Rest des Tages genießt man als echter Italiener nur mehr Espresso, also caffè. Damit es nicht eintönig wird, ließen sich die Italiener Variationen wie den Caffè macchiato (mit Milchschaum) für die Nachmittags-Cappucchino-Trinker unter uns, oder den Caffè correto (meist mit Grappa) mit dem nötigen Energieschub einfallen.


Der aktuelle Trend: third wave of coffee

Die neueste Entwicklung der Kaffeekultur wird als sogenannte third wave of coffee bezeichnet und liegt aktuell stark im Trend. Sie folgt der allgemeinen Entwicklung hin zu einem gesteigerten Bewusstsein für Qualität, Transparenz und Regionalität in der Verarbeitung. Hier setzt auch wir von unbound mit unserem Konzept an. Der Kaffee steht für sich als Produkt und wird in seiner Vielfältigkeit geschätzt. Wichtige Aspekte sind dabei unser „Trace back to farm – Siegel“, also die Zurückverfolgbarkeit zum Produzenten, sowie bester Geschmack und Einzigartigkeit.

#livinglifeunbound

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