Wasser und Kaffee – welchen Einfluss hat die Wasserhärte auf den Geschmack deines Kaffees und was ist die optimale Wasserhärte für Espresso & Co.?

Wasser Siebträgermaschine unbound

Stell dir vor, du bereitest an zwei unterschiedlichen Orten Kaffee zu. Du hast genau dasselbe Set-Up und die gleichen Kaffeebohnen – und trotzdem schmeckt der Kaffee anders? Grund dafür kann, unter anderem, die Wasserhärte sein. Doch was ist Wasserhärte eigentlich und wie nimmt sie Einfluss auf den Geschmack deines Kaffees? 

Inhaltsverzeichnis

Die Wasserhärte – eine deutsche Angelegenheit 

Maßeinheit für die Wasserhärte ist die Bezeichnung °dH, also Grad deutsche Härte. Als „weich“ gilt Wasser unter 8,4° dH, der mittlere Härtegrad liegt bei 8,4-14° dH und als hartes Wasser wird alles über 14° dH bezeichnet. 

Tiroler Wasser

Ist hartes Wasser das gleiche wie kalkhaltiges Wasser? 

Hartes Wasser wird im Alltag oft mit kalkhaltigem Wasser gleichgesetzt. Im Trinkwasser sind jedoch noch viel mehr Mineralien gelöst, die ebenfalls Einfluss auf die Wasserhärte haben. Wichtig dabei sind vor allem Calcium- und Magnesiumionen, die im Wasser gelöst vorkommen. Je höher ihr Anteil ist, desto „härter“ ist auch das Wasser.

Kalk kommt dann erst beim Erhitzen des Wassers ins Spiel. Dort bildet sich nämlich aus den Calcium- und Magnesiumionen schwerlöslicher Kalk.

Wie kann ich die Wasserhärte bei mir zuhause bestimmen?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Auf diversen Onlineportalen kannst du mithilfe deiner Postleitzahl den Härtegrad deiner Gemeinde abfragen. Sollte das für deinen Wohnraum nicht möglich sein oder falls du es ganz genau wissen möchtest, gibt es die Möglichkeit, kostenlose Teststreifen zu erwerben und ganz einfach selbst die Wasserhärte zu messen (z.B. bei Brita).

Wir haben für dich ein paar Werte zusammengetragen, damit du grob einschätzen kannst, wie „hart“ oder „weich“ das Wasser in deiner Gegend ist:

  • Innsbruck: 4-6° dH (weich)
  • Wattens: 5-9° dH (weich bis mittel)
  • Thaur & Birgitz: 18° dH (hart)
  • Schwaz: 15-20° dH (hart)
  • Wien (Innere Stadt): 13° dH (hart)
  • Bregenz: 12° dH (hart)

Die Unterschiede in der Wasserhärte entstehen übrigens durch unterschiedliche Boden- und Gesteinsverhältnisse, durch die das Grundwasser fließt.

Wasserglas unbound

Wie wirkt sich der Härtegrad von Wasser nun auf den Geschmack deines Kaffees aus? 

Kaffee besteht zu 99% aus Wasser, da ist es natürlich klar, dass diese Hauptzutat den Geschmack maßgeblich beeinflusst. Kaffee, der mit hartem Wasser hergestellt wird, schmeckt oft einseitig und flach, die Komplexität geht verloren. Kalk verhindert die Entfaltung der Aromastoffe und neutralisiert die geschmacksbildenden Kaffeesäuren (weitere Information über die Aromen im Kaffe findest du in diesem Blog). Deshalb können sich feine Nuancen wie zitrische, fruchtige und blumige Noten – die deinen Spezialitätenkaffee erst zu etwas Besonderem machen - nicht ausreichend entfalten und zur Geltung kommen. Dies gilt übrigens in gleichem Maße für hochwertige Tees.

Bittere Geschmacksnoten können ebenfalls eine Folge von zu hartem Wasser sein. Für einen bitteren Beigeschmack sind aber auch noch andere Aspekte ausschlaggebend. 

Nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch nimmt die Wasserhärte Einfluss auf deinen Kaffee. Auf einem Americano oder am Filterkaffee bildet sich bei hartem Wasser beispielsweise gerne ein dünner, schmieriger Film.

Je weicher das Wasser, desto besser der Kaffee?

Das stimmt leider auch nicht ganz. Zu weiches Wasser führt zu einer zu hohen Säureintensität. Der optimale Härtegrad liegt daher bei 6-8° dH.

Das Leben ist hart – deswegen muss es aber nicht auch dein Kaffeewasser sein:

Die Wasserhärte ist also kein moderner Barista-Trend, sondern ein wichtiges Rädchen für deinen perfekten Kaffeegenuss.

Kaffee aus dem Siebträger unbound

Nicht nur schlecht für den Geschmack – hartes Wasser schadet auch deinen Geräten 

Kalk lagert sich in deiner Kaffeemaschine, sowie in anderen Haushaltsgeräten, ab und führt neben geschmacklichen Veränderungen zu Verkrustungen in den Rohrleitungen, zu einer verlängerten Durchlaufzeit sowie einer erhöhten Geräuschbildung.

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